Johanniskraut jetzt sammeln und verarbeiten – so stellst du Rotöl und Salbe selbst her

Johanniskraut wird traditionell nachgesagt, die Kraft der Sonne in seinen Blüten zu tragen. Mit Johanniskrautöl lässt sich diese besondere Pflanzenkraft bewahren und für die Pflege beanspruchter Haut nutzen. Wie du das Rotöl und eine Salbe daraus ganz einfach selbst herstellen kannst, erfährst du im folgenden Blogartikel.

Johanniskraut – jetzt im Juni ist die beste Sammelzeit!

Das Echte Johanniskraut (Hypericum perforatum) gehört zu den bekanntesten heimischen Heilpflanzen und begleitet die Menschen seit vielen Generationen. Gerade jetzt, rund um die Sommersonnenwende, beginnt die beste Zeit zum Sammeln. Traditionell wird das Kraut um den Johannistag am 24. Juni geerntet, wenn es in voller Blüte steht.

Seine leuchtend gelben Blüten enthalten wertvolle Inhaltsstoffe wie Hypericin, Hyperforin, Gerbstoffe und verschiedene Flavonoide. Johanniskraut wird traditionell zur Unterstützung des seelischen Wohlbefindens sowie bei nervlicher Anspannung und leichten Stimmungsschwankungen verwendet. Aus den Blüten lässt sich außerdem das bekannte rot gefärbte Johanniskrautöl herstellen, das gerne zur Pflege beanspruchter Haut genutzt wird.

Wer die Pflanze selbst sammeln möchte, findet jetzt die besten Voraussetzungen in sonnigen Wiesen, an Wegrändern und auf trockenen Böschungen.

Typische Merkmale des Johanniskrauts


Das Echte Johanniskraut wächst aufrecht und erreicht meist eine Höhe von 30 bis 80 Zentimetern.

Seine goldgelben Blüten besitzen fünf Blütenblätter und auffallend viele lange Staubblätter. Zerreibt man die Blütenknospen zwischen den Fingern, tritt zudem ein rötlicher Farbstoff aus.

Ein besonderes Erkennungsmerkmal sind die kleinen, durchscheinenden Punkte auf den Blättern. Hält man ein Blatt gegen das Licht, wirken diese wie winzige Löcher – daher der botanische Name perforatum („durchlöchert“). Die Öldrüsen für das Hypericin befinden sich am Blattrand und an den Blütenkronblättern des Johanniskrauts.

Johanniskraut-Rotöl selbst herstellen

Zutaten:

  • 2 Handvoll frische Johanniskrautblüten und Blütenknospenca
  • 250 ml hochwertiges Pflanzenöl (z. B. Olivenöl, Mandelöl oder Sonnenblumenöl)
  • 1 sauberes Schraub- oder Bügelglas
  • 1 dunkle Glasflasche zur Aufbewahrung

Zubereitung:

  • Die Johanniskrautblüten an einem trockenen, sonnigen Tag sammeln. Die Blüten sollten möglichst trocken und frei von Tau sein.
  • Die Blüten locker in ein sauberes Schraubglas füllen.
  • Mit dem Pflanzenöl vollständig bedecken, sodass alle Pflanzenteile mit Öl bedeckt sind.
  • Das Glas verschließen und für etwa 4 bis 6 Wochen an einen sonnigen, warmen Platz stellen.
  • Das Glas alle paar Tage vorsichtig schwenken.
  • Während der Reifezeit färbt sich das Öl nach und nach tiefrot – daher der Name „Rotöl“.
  • Nach 4 bis 6 Wochen das Öl durch ein feines Sieb oder Tuch abfiltern und in eine dunkle Glasflasche füllen.
Haltbarkeit und Lagerung

Kühl und lichtgeschützt gelagert ist Johanniskraut-Rotöl in der Regel etwa ein Jahr haltbar.

Anwendung

Das Rotöl wird traditionell zur Pflege trockener und beanspruchter Haut sowie für wohltuende Einreibungen und Massagen verwendet.

Wichtig: Nach dem Auftragen von Johanniskrautöl sollte direkte intensive Sonneneinstrahlung auf die behandelten Hautstellen vermieden werden, da die Haut empfindlicher auf UV-Licht reagieren kann.

Johanniskraut-Salbe selbst herstellen

Zutaten für ca. 60 ml Salbe:

  • 50 ml Johanniskraut-Rotöl
  • 5 g Bienenwachs
  • Salbentiegel oder Schraubglas
    (min. 60 ml)

Zubereitung:

  • Das Rotöl zusammen mit dem Bienenwachs in eine Schüssel geben und diese in einen Topf mit Wasser. Die Schüssel sollte auf dem Wasser schwimmen (Wasserbad).
  • Das Wasser im Topf auf einem Herd erwärmen, bis das Wachs geschmolzen ist.
  • Die flüssige Masse in ein sauberes Schraubglas füllen.
  • Das Glas erst verschließen, wenn die Salbe abgekühlt ist um Kondenswasser am Deckel zu vermeiden.
Haltbarkeit und Lagerung

Kühl und lichtgeschützt gelagert ist Rotöl-Salbe in der Regel etwa zwei Jahre haltbar.

Anwendung

Das Rotöl-Salbe wird wie Rotöl zur Pflege von:

  • trockener, empfindlicher und strapazierter Haut, leichten Hautreizungen und Rötungen
  • kleinen Prellungen, Zerrungen und Muskelverspannungen
  • Narben und beanspruchten Hautpartien
  • sonnen- und wettergestresster Haut

eingesetzt.

Wichtig: Nach dem Auftragen von Rotöl-Salbe sollte ebenfalls direkte intensive Sonneneinstrahlung auf die behandelten Hautstellen vermieden werden, da die Haut empfindlicher auf UV-Licht reagieren kann.

Auch interessant

Schreibe einen Kommentar