WILDE MALVE – Eine faszinierende Wildpflanze und ihre traditionelle Verwendung

Die Wilde Malve ist eine hübsche Wildpflanze, die mit ihren auffälligen Blüten von Mai bis September für Farbe auf Wiesen und im Natur-Garten sorgt. Sie liebt sonnige, trockene Standorte, ist eine wertvolle Nahrungsquelle für zahlreiche Insekten und wird traditionell auch als Heilpflanze geschätzt.

Wilde Malve – Standort, Blütezeit und Pflege der robusten Wildpflanze

Die Wilde Malve (Malva sylvestris) ist eine robuste und pflegeleichte Wildpflanze, die sonnige, trockene und nährstoffreiche Standorte bevorzugt. Dank ihrer kräftigen Pfahlwurzel kann sie sich auch an eher trockenen Plätzen gut entwickeln.

Als Wildstaude für den Garten eignet sich die Wilde Malve besonders für naturnahe Beete, sonnige Trockenstandorte, Bauerngärten und blütenreiche Bereiche. Sie verbindet einen geringen Pflegeaufwand mit einer langen Blütezeit und einem hohen ökologischen Wert.

Die meisten Pflanzen sind zweijährig und überstehen den Winter in unseren Breiten problemlos. Mit den richtigen Standortbedingungen kann sich die Wilde Malve zudem durch Selbstaussaat im Garten ausbreiten.

Aussehen und Erkennungsmermale

Die Wilde Malve wächst meist etwa 40 bis 100 Zentimeter hoch und entwickelt einen kräftigen, leicht buschigen Wuchs. Ihr aufrechter Stängel ist verzweigt und fein behaart, wodurch die Pflanze insgesamt etwas rau und robust wirkt. Mit ihren zahlreichen Seitentrieben wächst sie eher breit als streng aufrecht und bildet einen lockeren, natürlichen Pflanzenhorst

Von Mai bis September zeigt die Wilde Malve ihre auffälligen, großen Blüten. Diese stehen meist paarweise an den Stängeln und setzen mit ihren zarten violett-rosa Blütenblättern schöne Farbakzente. Gleichzeitig sind die Blüten eine wertvolle Nahrungsquelle für zahlreiche Insekten und Bestäuber.

Jede Blüte hat 5 herzförmige Blütenblätter, oft mit dunkleren violetten Streifen – fast wie feine Pinselstriche.
Die Blüten sitzen meist einzeln oder in kleinen Büscheln in den Blattachseln.


Die Blätter sind weich behaart, rundlich bis handförmig und meist 5–7-lappig. Die Blattränder sind deutlich gezähnt.


Nach der Blüte entstehen die typischen flachen, runden Früchte, die an kleine Käselaibe erinnern und aus denen in Notzeiten ein einfacher, sättigender Brei, ein sogenannter „Papp“, zubereitet wurde – daher ihr volkstümlicher Name „Käsepappel“.

Inhaltsstoffe und traditionelle Verwendung in der Heilkunde

Inhaltsstoffe

  • Schleimstoffe
  • Flavonoide
  • Anthocyane
  • Cumarinen
  • Gerbstoffen
  • Fettsäuren
  • Vitamin C
  • Vitamin E


Verwendung in der Heilkunde

Die Malve gehört zu den ältesten Heilpflanzen. Verwendet werden vor allem Blüten und Blätter.
Als Tee oder Bestandteil von Kräutermischungen traditionell bei trockenem Reizhusten und gereiztem Mund- und Rachenraum.
Die Schleimstoffe können sich wie eine schützende Schicht auf gereizte Schleimhäute legen und dadurch beruhigend auf die verantwortlichen Rezeptoren wirken. Da sie nicht schleimaus-wurffördernd sind, eignen sich die Schleimstoffe der Malve eher für trockenen
Husten.
Traditionell wird die Malve außerdem bei leichten Reizungen des Magen-Darm-Bereichs eingesetzt.

Anerkannte medizinische Anwendung

Kommission E/HMPC/ESCOP – Von allen drei Kommissionen wird eine positive Bewertung zur Wirksamkeit der Droge gegeben, wobei das HMPC jedoch sich auf „traditional use“ beruft und die ESCOP nur die Blüten untersucht hat.
In der Phytotherapie werden hauptsächlich die Blüten und Blätter der Wilden Malve verwendet
Wirkungsbereiche sind trockener Husten, Reizungender Mund-, Rachen- und Magenschleimhaut.
Nebenwirkungen sind nicht bekannt.

Wichtiger Hinweis:
Die Informationen zu Heilpflanzen dienen ausschließlich der allgemeinen Information und ersetzen keine ärztliche Beratung.
Die traditionelle Anwendung ist kein Heilversprechen!
Bei Beschwerden, Erkrankungen, Schwangerschaft oder Unsicherheiten bitte ärztlichen Rat einholen!

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