Anzucht- und Kräutererde selber machen

Anzuchterde oder Aussaaterde bietet Samen und Stecklingen die besten Keim- und Wachstumsbedingungen. In diesem Blogbeitrag erkläre ich dir, wie du ganz einfach diese Erde selber machen kannst.

Warum braucht es spezielle Anzuchterde?

Gewöhnlicher Gartenboden enthält oft zu viel Lehm und zu wenig Humus, was für die Wurzelbildung ungünstig ist. Gute Anzuchterde besteht dagegen zum größten Teil aus Humus und Sand, dadurch ist sie luftiger und lockerer und speichert dabei besser Wasser.
Damit die empfindlichen Keimlinge und Stecklinge, die noch keine guten Abwehrkräfte haben, vor Krankheiten geschützt sind, muß die Erde möglichst keimfrei sein. Da Anzuchterde viel nährstoffärmer als normale Garten- oder Blumenerde ist, müssen die Pflanzen sich aktiv auf die Suche nach den wenigen Nährstoffen machen und deswegen mehr Wurzeln ausbilden. So gut gewappnet, können die Pflanzen, wenn man sie später in eine nährstoffreichere Erde umpflanzt, Nährstoffe besser aufnehmen und besser schneller. Ein weiter Vorteil selbst gemachter Anzuchterde ist, dass diese torffrei ist.

Du brauchst:

  • Sand
  • gesiebte Gartenerde
  • gesiebte Komposterde
  • 1 kleine Schüssel
  • 1 große Schüssel oder Eimer
  • 1 großer Löffel oder kleine Schaufel

Und so stellst du deine eigene Anzuchterde her

Ein Drittel Gartenerde, ein Drittel Sand mittlerer Korngröße und ein Drittel gut ausgereiften Kompost werden in eine Schüssel oder in einem Eimer gefüllt. Als Maß und zur guten Portionierung ist eine kleine Schüssel hilfreich.

Und anschließend wird alles mit einer kleinen Schaufel oder einem großen Löffel gut gemischt.

Um Fäulnis- und Schimmelpilze sowie Unkrautsamen, aber auch Trauermückenlarven und andere tierische Schaderreger abzutöten, muss die Mischung vor der Verwendung sterilisiert werden.

Das kannst du ganz leicht zu Hause im Backofen machen. Gib dazu die Mischung in ein Hitze festes Gefäß oder auf ein altes Backblech und dämpfe sie im Backofen ca. 45 Minuten lang bei 120 Grad Celsius. Danach muss die Anzuchterde nur noch auskühlen und kann dann sofort für die Aussaat oder Stecklingsanzucht verwendet werden.

Warum ist die Aussaaterde auch sehr gut für mediterrane Kräuter geeignet?

Mediterrane Kräuter wie Rosmarin, Thymian, Lavendel und Salbei mögen durchlässige und nährstoffarme Böden. Die Mischung aus Sand, Gartenerde und Komposterde, wie in der Anzuchterde, bietet diese Bedingungen.

Tipp:

Wenn du keine Komposterde hast, kannst du die auch mit Blumenerde ersetzen. Diese ist vorgedüngt und liefert, wie die Komposterde, wichtige Nährstoffe

Wie du ganz einfach deine eigenen Kräuter aussähen und vorziehen kannst zeige ich Dir in meinem Videotutorial „Kräuteraussaat – ganz einfach“

Viel Erfolg und Spaß beim selber machen!

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